
Rumi
"Du wurdest mit großem Potential und einzigartigen Fähigkeiten geboren.
Du wurdest mit Idealen und Träumen geboren.
Du wurdest nicht erschaffen, um zu kriechen.
Du wurdest geboren mit Flügeln. Lerne sie zu nutzen und flieg."

Erich Fried
Aufhebung
"Sein Unglück
ausatmen können
tief ausatmen
so dass man wieder
einatmen kann
Und vielleicht auch sein Unglück
sagen können
in Worten
in wirklichen Worten
die zusammenhängen
und Sinn haben
und die man selbst noch
verstehen kann
und die vielleicht sogar
irgendwer sonst versteht
oder verstehen könnte
Und weinen können
Das wäre schon
fast wieder
Glück"
Albert Einstein
"Gib das, was Dir wichtig ist, nicht auf, nur weil es nicht einfach ist."

Erich Fried
Dich dich sein lassen
"Dich dich sein lassen
Ganz dich
Sehen, dass du nur du bist
Das Zarte und das Wilde
Das was sich losreißen
Und das was sich anschmiegen will
Wer nur die Hälfte liebt
Der liebt nicht halb
Sondern gar nicht
Der will dich zurechtschneiden
Amputieren verstümmeln
Dich dich sein lassen
Ob das schwer oder leicht ist?
Es kommt nicht darauf an
Mit wieviel Vorbedacht und Verstand
Sondern mit wieviel Liebe
Und mit wieviel offner Sehnsucht nach allem
Nach allem was du bist
Nach der Wärme und nach der Kälte
Nach der Güte und nach dem Starrsinn
Nach deinem Willen und Unwillen
Nach jeder deiner Gebärden
Nach deiner Ungebärdigkeit
Unstetigkeit Stetigkeit
Dann ist dieses
Dich dich sein lassen
Vielleicht gar nicht so schwer"

Die Frage der Fragen
"Vor dem Ende sprach Rabbi Sussja: In der kommenden Welt wird man mich nicht fragen:
Sussja, warum bist du nicht Mose gewesen?
Man wird mich auch nicht fragen: Warum bist du nicht David gewesen?
In der kommenden Welt wird man mich fragen:
Sussja, warum bist du nicht Sussja gewesen? "
(Chassidische Geschichte)
Autobiographie in fünf Kapiteln
(aus: Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben)
"1.
Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren ... Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.
2.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.
3.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein ... aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.
4.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.
5.
Ich gehe eine andere Straße."
Aus Tibet
"Wenn Du schnell zum Ziel kommen willst, nimm Dir Zeit."

Virgina Satir
Meine fünf unveräusserlichen Freiheiten
"Zu sehen und zu hören - was in mir ist und mit mir ist,
und nicht, was dort sein sollte, dort war oder vielleicht sein könnte!
Zu sagen, was ich fühle und denke,
und nicht, was ich sagen sollte!
Zu fragen - was ich möchte,
und nicht warten, warten auf Erlaubnis!
Zu wagen - was mich reizt,
statt immer nur Sicherheit zu wählen!
Ich probier´s einfach aus!"
*Khalil Gibran, arabischer Dichter
Für Eltern
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist."

Claudio Naranjo
"Man überwindet niemals etwas, indem man sich widersetzt. Man kann etwas nur überwinden, indem man tiefer hineingeht."